Brückenjahr

Brückenjahr

Als Brückenjahr wird das letzte Kita-Jahr vor der Einschulung bezeichnet. An der Bewältigung des Übergangs zwischen den Bildungseinrichtungen (Kita/Schule) werden nicht nur diese, sondern auch die Familien der Kinder, beteiligt.
Die Kinder unserer Kita, die sich im Brückenjahr befinden, nennen wir „Forumkinder“. Für diese gibt es im letzten Kita-Jahr vielfältige, gruppenübergreifende Projekte „im Forum“ der Kita und regelmäßige, gemeinsame Aktivitäten mit Schülern und Lehrern der Grundschule in deren Räumen.
Betrachten wir die Einschulung als „Schnittstelle“, dann weiß der Begriff „Schulfähigkeit“ auf die Anschlussfähigkeit der beiden Systeme Kita/Schule hin. Schulfähigkeit ist unsere gemeinsame Aufgabe und natürlich Aufgabe der Eltern.
Eine sinnvolle Kooperation baut auf das Können und Wissen der neuen Schulkinder auf. In der Kita werden Kompetenzen vermittelt, die als Grundlagen emotionaler Anpassung und lebenslanges Lernen gelten.

 

Beginn der Kooperation

Im Januar 2005 setzten sich einige Erzieherinnen und Lehrerinnen, sowie deren Leiterinnen intensiv mit dem Thema „Kooperation zwischen Kita und Grundschule“ auseinander.
Nachdem wir ein Konzept erarbeitet hatten, begannen wir nach den Herbstferien 05/06 mit den Forumkindern der beiden Integrationsgruppen und den beiden ersten Klassen der Grundschule mit dem gemeinsamen Sportunterricht.
Etwa ein Jahr später, nach den Herbstferien 06/07, erarbeiteten wir das Konzept zur Lesepatenschaft „Lesefreunde“. Erstmalig im Februar 2007, und in den folgenden Jahren immer zu Beginn des 2. Schulhalbjahres, führen wir dieses Projekt mit allen Forumkindern der Kita und den Schülern und Lehrern der 3. Klasse durch.
Im März 2007 schlossen wir unsere schriftliche Kooperationsvereinbahrung, die seitdem regelmäßig überarbeitet wird.

Gemeinsamer Sportunterricht der Kindertagesstätte und der Grundschule

Unser Konzept/ unsere Ziele:
Wir wollen unsere Kooperation intensivieren
Wir wollen das Schulgebäude mit der Turnhalle, die Lehrpersonen und andere Schüler frühzeitig kennen lernen
Wir wollen voneinander lernen und uns gegenseitig unterstützen
Wir wollen durch Bewegung und Wahrnehmung ganzheitliche Bewegungserfahrungen sammeln

Jeden Freitag treffen sich die älteren Kindergartenkinder (Forum-Kinder) der Integrationsgruppen und der Regelgruppen am Vormittag mit den Kindern der zwei ersten Klassen in der Turnhalle der Grundschule Vorbrück (außer in den Schulferien).
Eine Sportlehrerin der Schule und zwei Mitarbeiter des Kindergartens führen den Sportunterricht gemeinsam durch. Planungsgespräche finden in regelmäßigen Abständen statt.

 

Ziel des Konzeptes "Lesefreunde"

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Mit der Lesepatenschaft verfolgen wir in erster Linie das Ziel, die Lesemotivation der Schüler bzw.
die Freude der Kindergartenkinder an Vorgelesenem zu steigern, Interesse an Literatur allgemein zu
wecken und die Lesekompetenz der Schüler zu verbessern. Außerdem soll durch das Vorlesemodell
die Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Kindertagesstätte intensiviert werden.
Bereits im Vorfeld werden die Vorlesezeiten und die Kinderaufteilungen zu den
Lesefreundegruppen festgelegt.
Dann besuchen die Kindergartenkinder in ihren Gruppen mit Erzieherbegleitung ihre Lesefreunde
in der Schule, um in verschiedenen Räumen vorgelesen zu bekommen. Durch die Bilder in den
Geschichten werden sie sogar selbst zu „Mitlesern“.

 


Die Lesepatenschaft stellt für die Kindergartenkinder eine weitere Möglichkeit dar, „Schulluft“ zu
schnuppern und sich mit dem Schulalltag vertraut zu machen. Am Ende des Schuljahres bewegen
sie sich in der Schule bereits recht selbstsicher und kennen sich aus.
Im Laufe der Zeit entwickeln sich zwischen den Kindergartenkindern und ihren Lesefreunden
kleine Freundschaften. Besuchen die Kindergartenkinder dann die erste Klasse, sind die
Drittklässler in der vierten, so dass unser „Patenschaftssystem“ meist problemlos gelingt. Die
„Großen“ gehen aufgrund ihrer positiven Erfahrungen auf die „Kleinen“ zu und haben gelernt,
Verantwortung für sie zu übernehmen. Aber auch die „Kleinen“ haben ihre Berührungsängste
verloren. Durch die regelmäßigen Besuche des Schulgebäudes, Schulgeländes und dem Kontakt mit
Lehrpersonal und älteren Schülern sind die ersten Hemmschwellen bereits abgebaut. Kinder haben
Schule in angenehmer Atmosphäre kennengelernt. Damit beinhaltet das Konzept auch eine starke
soziale und emotionale Komponente.
Unser Lesefreundekonzept will somit nicht nur Leselust, sondern auch Lust auf Schule wecken!

 

„Tobi-Truppe“

Gleich nach den Sommerferien, im September, haben wir mit unserem neuen übergangsgestaltenden Angebot für alle Forum-Kinder begonnen. Einmal wöchentlich werden die KiTa-Kinder von einer Erzieherin in die Grundschule Vorbrück begleitet, wo sie im Klassenraum von „ihrer“ Lehrerin zu einer gemeinsamen Unterrichtsstunde erwartet werden. In dieser Stunde wird gesungen, gereimt, geschnitten, geklebt, gemalt, gespielt und vieles mehr.
Die „Tobi-Familie“ (Handpuppen, Arbeitsheft) begleitet die Kinder durch diese Stunden, so dass die teilnehmenden Kinder sich den Namen „Tobi-Truppe“ für dieses Angebot überlegten.
Durch dieses zusätzliche vorschulische Lernen in der Grundschule werden die Zielsetzungen des Kooperationssportunterrichts und der Lesefreunde ergänzt und erweitert.
Die Gruppenstärke einer „Tobi-Truppe“ beträgt 10-15 Kinder, so dass wir in diesem Kindergartenjahr drei Gruppen einteilen konnten.
Durch die Einbeziehung und Unterstützung einiger Eltern konnten auch zukünftige Schulkinder anderer Walsroder Kindergärten, die in die Grundschule Vorbrück eingeschult werden, an unserem Projekt teilnehmen.